MUNDPFLEGE & PROPHYLAXE

Sind Mundspülungen sinnvoll?

Mundspülungen versprechen frischen Atem, weniger Plaque und zusätzlichen Schutz für Zähne und Zahnfleisch. Für die tägliche Mundhygiene werden sie aus unserer Sicht jedoch häufig überschätzt.

Entscheidend für saubere Zähne ist die mechanische Reinigung: gründliches Zähneputzen und die regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. Eine Mundspülung kann diese Reinigung nicht ersetzen.

Helles Behandlungszimmer der Zahnarztpraxis Zahnfamilie in Würzburg

Das saubere Gefühl ist nicht dasselbe wie saubere Zähne

Nach einer Mundspülung fühlt sich der Mund frisch und sauber an. Dieses Frischegefühl kann jedoch den Eindruck vermitteln, man habe besonders viel für die Mundhygiene getan.

Bakterielle Beläge auf den Zahnoberflächen und besonders in den Zahnzwischenräumen müssen vor allem mechanisch entfernt werden. Dafür braucht es eine Zahnbürste und eine geeignete Reinigung der Zahnzwischenräume. Mundspülungen können diese Beläge nicht einfach wegspülen.

Auch bei Mundgeruch greifen viele Menschen zur Mundspülung. Das frische Gefühl und der intensive Geschmack können Mundgeruch kurzfristig überdecken. Besteht Mundgeruch jedoch regelmäßig, sollte nach der Ursache gesucht werden, statt ihn lediglich mit einer Mundspülung zu überdecken.

Für eine gute tägliche Mundhygiene ist deshalb nicht entscheidend, wie frisch sich der Mund nach der Reinigung anfühlt, sondern wie gründlich Zähne und Zahnzwischenräume tatsächlich gereinigt wurden.

Was gehört zu einer gründlichen Mundhygiene?

Die Grundlage ist erstaunlich unspektakulär: Zähne regelmäßig und sorgfältig mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen und auch die Zahnzwischenräume reinigen.

Welche Form der Zwischenraumreinigung am besten geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab. Bei ausreichend großen Zwischenräumen können Interdentalbürsten sinnvoll sein, bei engen Kontaktpunkten kommt Zahnseide infrage.

Gerade die Zahnzwischenräume verdienen besondere Aufmerksamkeit, denn dort erreicht die Zahnbürste viele Flächen nicht ausreichend. Eine Mundspülung ist kein Ersatz für diese mechanische Reinigung.

Welche Nebenwirkungen können Mundspülungen haben?

Nebenwirkungen von Mundspülungen können je nach Inhaltsstoffen beispielsweise Brennen, Reizungen oder Veränderungen der Mundschleimhaut umfassen.

Bei manchen Menschen kommt es zu einer Desquamation der Mundschleimhaut. Dabei lösen sich oberflächliche Schleimhautschichten ab und können als weißliche, sich ablösende Hautbereiche auffallen.

Wer solche Veränderungen nach der Anwendung einer Mundspülung bemerkt, sollte das verwendete Produkt zunächst nicht weiter anwenden. Bleiben die Veränderungen bestehen oder ist die Ursache unklar, sollten sie zahnärztlich abgeklärt werden.

Wann können Mundspüllösungen trotzdem sinnvoll sein?

Mundspülungen sind nicht grundsätzlich nutzlos. Es gibt Situationen, in denen bestimmte Wirkstoffe gezielt eingesetzt werden können – dann allerdings nicht als Ersatz für die tägliche Mundhygiene, sondern aus einem konkreten zahnmedizinischen Grund.

Antibakterielle Mundspüllösungen können beispielsweise zeitlich begrenzt sinnvoll sein, wenn die mechanische Reinigung vorübergehend erschwert oder nicht ausreichend möglich ist. Auch bei einer Erkrankungen des Zahnfleisches wie Parodontitis kann der gezielte Einsatz einer medizinischen Mundspüllösung angezeigt sein. Fluoridhaltige Mundspüllösungen können insbesondere bei erhöhtem Kariesrisiko eine zusätzliche präventive Maßnahme darstellen.

Entscheidend ist für uns deshalb nicht die Frage, ob eine Mundspülung grundsätzlich „gut“ oder „schlecht“ ist, sondern ob es einen konkreten Grund für ihre Anwendung gibt.

Weiterführende Informationen zur Mundhygiene und zu Erkrankungen des Zahnfleisches bietet die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie.

Unser Fazit: Gründlich reinigen statt nur gründlich spülen

Für die tägliche Mundhygiene bleiben Zahnbürste und die Reinigung der Zahnzwischenräume entscheidend. Eine Mundspülung kann das saubere und frische Gefühl im Mund verstärken – die mechanische Entfernung von Belägen ersetzt sie nicht.

Wer Zähne und Zahnzwischenräume sorgfältig reinigt, braucht deshalb nicht automatisch zusätzlich eine Mundspülung. Gibt es dagegen einen konkreten zahnmedizinischen Grund für eine bestimmte Mundspüllösung, kann ihr gezielter und gegebenenfalls zeitlich begrenzter Einsatz sinnvoll sein.

Im Zweifel beraten wir lieber individuell, welches Hilfsmittel für die jeweilige Mundsituation tatsächlich einen Nutzen hat.

Unsicher bei der richtigen Mundpflege?

Nicht jedes zusätzliche Produkt verbessert automatisch die Mundhygiene. Entscheidend ist, dass Zähne und Zahnzwischenräume gründlich gereinigt werden und die verwendeten Hilfsmittel zur individuellen Situation passen.

Gerne zeigen wir Ihnen währen Ihrer professionellen Vorsorgeuntersuchung, worauf es bei Ihrer täglichen Mundpflege ankommt und welche Hilfsmittel für Sie tatsächlich sinnvoll sind.

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